Krankenhaus Perleberg

Ansprechpartner:

Kreiskrankenhaus Prignitz gemeinnützige GmbH
Chefarzt Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Prof. Dr. Ulrich U. W. Preuß
Dobberziner Str. 112 | 19348 Perleberg

Sekretariat: Frau Bauer
Telefon: 03876 30-3201
Fax: 03876 30-3203,
E-Mail: m.bauer@krankenhaus-prignitz.de

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Kreiskrankenhaus Prignitz gGmbH in Perleberg verfügt über 65 Betten auf vier Stationen, zwei Tageskliniken mit insgesamt 34 Plätzen und eine Psychiatrische Institutsambulanz. Die Unterbringung im stationären Bereich erfolgt in modernen Ein- und Zweibettzimmern mit eigener Nasszelle, Telefon und Fernsehapparat (Ausnahme: Zimmer für Schwerstkranke).
Patienten mit psychischen Erkrankungen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, leiden nicht selten zusätzlich an einer oder mehreren körperlichen Erkrankungen (Hypertonie, Diabetes mellitus, Osteoporose, Herzkrankheit usw.) und nehmen deshalb eine Vielzahl von Medikamenten ein. Bei Schmerzpatienten besteht oft eine Kombination verschiedener Schmerz- und Beruhigungsmittel. Bei Auftreten einer psychischen Störung kommt es in Regel auch zu Auswirkungen auf die bestehenden somatischen Erkrankungen und bei Nichtbeachtung dieses Umstandes zu erheblichen negativen Auswirkungen bis hin zu akuter vitaler Bedrohung. Schon die zu intensive Sedierung eines hochbegabten Patienten kann zu Stürzen mit Frakturen, zu einer Pneumonie und anderen Folgekrankheiten führen. Lange Phasen der Immobilität können eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit zur Folge haben. Die Behandlung älterer Menschen mit Multimorbidität stellt daher ganz besondere Anforderungen an die Ärzte, das Pflegepersonal und die Therapeuten, die über solide Kenntnisse im Bereich des normalen Alterungsprozesses, der Gerontopsychiatrie, der Inneren Medizin und insbesondere auch im Bereich der Verordnung von Psychopharmaka und Medikamenteninteraktion verfügen sollten.
Um diesen Besonderheiten in der Therapie älterer Menschen gerecht zu werden, steht in unserer Klinik Patienten ab dem 65. Lebensjahr eine gesonderte gerontopsychiatrische Station zur Verfügung.

Das Personal dieser Station ist speziell qualifiziert (zum Beispiel Zusatzqualifikation der Schwestern, regelmäßige Fortbildungen im Bereich Gerontopsychiatrie, regelmäßige externe Supervision und Fallbesprechungen), erfahren und in besonderem Maße auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingestellt. Das Team der Station besteht aus Mitarbeitern, die sich mit der Betreuung älterer Menschen voll identifizieren können und die Fähigkeit haben, sich in die Probleme älterer Menschen einzufühlen und einen liebevollen, ermutigenden Umgang zu pflegen.
Auf der gerontopsychiatrischen Station sind folgende Mitarbeiter tätig:
Ein Oberarzt, ein Stationsarzt (Assistenzarzt in Weiterbildung), eine Psychologin (mit systemisch-familientherapeutischer Zusatzqualifizierung), Pflegepersonal entsprechend PsychPV (zum Teil mit gerontopsychiatrischer Zusatzqualifizierung), eine Ergotherapeutin, Bewegungstherapeutin und Sozialarbeiterin (jeweils anteilig).
Behandelt werden vor allem Patienten mit depressiven Störungen, Angststörungen, Patienten mit anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen (häufig Gebrauch hoher Dosierungen von Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln) sowie Patienten mit beginnender Demenz und psychiatrischer Komorbidität ( zum Beispiel: beginnende Demenz und Depression) sowie Patienten mit Unruhe- bzw. Verwirrtheitszuständen bei zumeist fortgeschrittener Demenz.
Die Diagnostik beinhaltet neben eingehender Exploration, klinischer Untersuchung und neuropsychologischer Testung: Laboruntersuchungen, EKG, EEG, CCT bzw. MRT und je nach Erfordernis Zusatzuntersuchungen wie Sonographie, Gastroskopie, Dopplersonographie. Es besteht eine enge Zusammenarbeit in Form konsiliarischer Beratung und Mitbehandlung vor allem durch die Internisten des Krankenhauses aber auch andere Fachdisziplinen wie Neurologie und Urologie.
Die Therapie erfolgt innerhalb eines multimodalen Therapieprogramms und beinhaltet eine differenzierte Psychopharmakotherapie unter Beachtung möglicher Interaktionen (vor allem mit den bestehenden Dauermedikationen), Psychotherapie und Soziotherapie sowie Angehörigenarbeit. Im Einzelnen erhalten Patienten (in Abhängigkeit vom Behandlungsbedürfnis – Zuordnung durch die Bezugstherapeuten): Einzel- und Gruppengespräche, Entspannungstraining, Einzel- und Gruppengymnastik, Gruppensingen, Ergotherapie, Soziales Kompetenztraining, Training alltagspraktischer Fähigkeiten (Küchentraining in der stationseigenen Patientenküche, Einkaufstraining, Anziehtraining u. a.).
Einmal in der Woche kommt der Krankenhausseelsorger auf die Station und lädt zu einem Nachmittag mit Singen und Gesprächen ein, ein Angebot, das sehr gut angenommen wird. Psychotherapeutische Interventionen zielen zum Beispiel auf die Stärkung von Selbstständigkeit und Aktivitäten, die Bearbeitung von erlittenen Verlusten, die Auseinandersetzung mit aktuellen Konflikten, Erarbeitung von Lösungen, Entwicklung einer Perspektive. Die auf der Station tätige Sozialarbeiterin berät Patienten und Angehörige, vermittelt Kontakte zu anderen Einrichtungen wie Sozialstationen, Begegnungsstätten, betreutem Wohnen u. a.
Bei bestehender Belastbarkeit und medizinischer Indikation werden ältere Patienten auch teilstationär in einer der beiden Tageskliniken (Perleberg oder Wittenberge) behandelt. Die tägliche Fahrt in die Tagesklinik wird von den Krankenkassen bezahlt, Zuzahlungen fallen nicht an. Das Therapieprogramm beinhaltet zusätzlich Tanztherapie, Maltherapie, kommunikative Bewegungstherapie und Sporttherapie, wird aber den individuellen Möglichkeiten der Patienten angepasst.
Eine ambulante Nachbetreuung bieten wir in der Psychiatrischen Institutsambulanz (Perleberg oder Wittenberge) an. In der Psychiatrischen Institutsambulanz Perleberg wird auch eine Gedächtnissprechstunde (Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen) angeboten. Patienten können sich durch ihren Hausarzt überweisen lassen auch wenn sie sich noch nicht in stationärer/teilstationärer Behandlung befunden haben. Neben der Sprechstunde durch einen Facharzt und/oder approbierten Psychologen können ambulante Patienten (kostenfrei) an der Wassergymnastik, Entspannungstraining, Konzentrations- / Gedächtnistraining und Ergotherapie teilnehmen. Eine Beratung durch eine Sozialarbeiterin ist ebenfalls möglich.

 

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